Puzzle

Forschung

Puzzle
Foto: iStock.com/Radachynskyi

Unsere Forschungsprojekte untersuchen altersassoziierte Veränderungen sozioemotionaler Erfahrungen und Kompetenzen sowie subjektive Theorien über Entwicklung und Altern. Wir führen Studien mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen unterschiedlichen Alters einschließlich des sehr hohen Erwachsenenalters durch. Unser Ansatz ist durch den Einsatz unterschiedlicher Erhebungsdesigns und Messmethoden gekennzeichnet. Längsschnitt- und Measurement-Burst-Designs stehen dabei im Vordergrund. Charakteristisch für unsere Arbeit ist die Kombination von ambulatorischen Erhebungsmethoden, mit denen Erfahrungen, kognitive Fähigkeiten und physiologische Prozesse in Alltagssituation erfasst werden können, mit Verhaltensbeobachtungen und experimentellen Paradigmen.

Laufende Projekte

Forschungsverbund: Sozioemotionale Entwicklung und Gesundheit Eintrag erweitern
Paar Paar Foto: iStock.com/pkline

Dieser institutionsübergreifende Forschungsverbund untersucht das Zusammenspiel sozioemotionaler und gesundheitlicher Entwicklung im Lebensverlauf. Ein aktueller Schwerpunkt ist das empathische Verständnis - die Fähigkeit, Gedanken und Gefühle anderer Personen zu erschließen. Gibt es altersbezogene Unterschiede, und wenn ja, warum? Welche Rollen spielen altersbedingte Veränderungen und Sozialisationsunterschiede verschiedener Geburtskohorten? Wie bedeutsam sind empathische Fähigkeiten für soziale Beziehungen und Gesundheit im Lebensverlauf? Diesen und anderen Fragen gehen wir in quer- und längsschnittlichen Studien mit Personen verschiedener Altersgruppen nach. Wir kombinieren Experience Sampling mit psychophysiologischen Messungen und experimentellen Paradigmen. An dem Forschungsverbund sind WissenschaftlerInnen der Friedrich-Schiller-Universität Jena, der Freien Universität Berlin, der Humboldt-Universität zu Berlin und der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg beteiligt.

Forscherinnen an der FSU Jena
Prof. Dr. Michaela Riediger
Dr. Antje Rauers
Dr. Andrea Schlesier-Michel
Dr. Elisabeth S. Blanke

KooperationspartnerInnen
Dr. Sandra Düzel (MPI for Human Development, Berlin)
Dr. Jan Keller (FU Berlin)
Prof. Dr. Nina Knoll (FU Berlin)
Prof. Dr. Nicolas Rohleder (FAU Erlangen-Nürnberg)
Dr. Ursula Schade (FAU Erlangen-Nürnberg)
Prof. Dr. Ute Kunzmann (Universität Leipzig)
Dr. Cornelia Wieck (Universität Leipzig)
Dr. Uwe Altmann (FSU Jena)
Maria Blöchl M.Sc. (Universität Leipzig)

"Multi-Method Ambulatory Assessment" Projekt Eintrag erweitern
Mann mit Mobitelefon Mann mit Mobitelefon Foto: iStock.com/northlightimages

Dieses Längsschnittprojekt untersucht affektive Prozesse und ihre Wechselbeziehungen mit motivationalen, kognitiven und physiologischen Prozessen im Alltag von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen unterschiedlichen Alters. Wir kombinieren ambulatorische Erhebungsmethoden zur Messung von Erfahrungen, kognitiven Fähigkeiten und physiologischen Prozessen in Alltagssituationen mit Interviewtechniken und experimentellen Paradigmen. Eingesetzte ambulatorische Erhebungsmethoden beinhalten Mobiltelefon-basiertes „Experience Sampling" und ambulatorisches Bio-Monitoring von kardiovaskulären und hormonellen Prozessen sowie von körperlicher Aktivität. Seit 2007 wurden fünf Erhebungsphasen mit mehr als 600 Teilnehmenden im Altersbereich von der Kindheit bis ins sehr hohe Erwachsenenalter abgeschlossen.

Finanzierung: Bundesministerium für Bildung und Forschung (MPI001 and 01UW0706), Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften, Deutsche Forschungsgemeinschaft (RI 1797/4-1), FSU Jena

Forscherinnen an der FSU Jena
Prof. Dr. Michaela Riediger
Dr. Jennifer Bellingtier
Dr. Anja Blumenthal

KooperationspartnerInnen
Prof. Dr. Gert G. Wagner (DIW and MPI for Human Development, Berlin)
Prof. Dr. Gloria Luong (Colorado State University)
Prof. Dr. Cornelia Wrzus (Universität Heidelberg)
Prof. Dr. Florian Schmiedek (DIPF, Frankfurt am Main)
Prof. Dr. Manuel Voelkle (HU, Berlin)
M.Sc. Manuel Arnold (HU, Berlin)

Mindfulness and Anticipatory Coping Everday (MACE) Eintrag erweitern
Frau mit Kopfschmerzen Frau mit Kopfschmerzen Foto: Kekyalyaynen/Shutterstock

Stressors pose a major threat to health and well-being across the lifespan. Although most previous research has focused on the health implications of stressors that have already occurred, recent work suggests that one promising avenue for reducing the negative impact of stressors is to focus on coping behaviors that occur prior to the stressor's occurrence, including mindfulness and anticipatory coping. Using daily diary methodology, this international cooperation project that was initiated at the North Carolina State University examines naturally occurring stressors in the lives of younger and older adults. We seek to understand the personal, contextual, and daily factors associated with maintaining well-being in the face of daily stressors.

Funding: North Carolina State University

Investigators at FSU Jena
Dr. Jennifer A. Bellingtier

Collaborators
Dr. Shevaun D. Neupert (Principal Investigator; NC State University)
B.S. Emily J. Smith (NC State University)

Entwicklung von Einstellungen zum Altern Eintrag erweitern

Bereits junge Kinder formen erste Vorstellungen über das Altern. Das Alter eines Menschen ist ein sozial bedeutsames Merkmal. Viele Ereignisse signalisieren dies, zum Beispiel das feierliche Begehen von Geburtstagen oder Altersregelungen, wie die für den Übergang vom Kindergarten zur Schule oder die juristische Volljährigkeit. Kinder werden entsprechend ihres Alters Klassenstufen zugeordnet und auch im Erwachsenenalter stehen berufliche Optionen oft im Zusammenhang mit dem Alter. Dieses Pilot-Projekt untersucht, wie Menschen unterschiedlicher Altersgruppen Einstellungen zum Alter und Altern entwickeln, und wie diese Einstellungen den Umgang mit Menschen unterschiedlicher Altersgruppen beeinflussen.

Finanzierung: Program Line B, FSU Jena

Forscherinnen an der FSU Jena

Dr. Jennifer A. Bellingtier (PI)
Prof. Dr. Michaela Riediger
Juliana Lapp, BSc
Jenny Bauer

KooperationspartnerInnen

Prof. Dr. Anna Kornadt
Dr. David Weiss

Kinder und Natur Kinder und Natur Foto: by Nikoline Arns on Unsplash
Bedeutung von Emotionswörtern Eintrag erweitern
Gebäude Gebäude Foto: iStock.com/michellegibson

Wie fühlen Sie sich gerade? Froh? Aufgebracht? Angespannt? Emotionswörter helfen dabei, sich anderen mitzuteilen, zu beschreiben, wie es einem geht. Die genaue Bedeutung, die solchen Emotionswörtern zugeschrieben wird, kann sich jedoch von Person zu Person unterscheiden und auch vom kulturellen und historischen Kontext abhängen. In diesem Projekt untersuchen wir, wie sich Personen und Personengruppen in ihrer Interpretation von Emotionswörtern unterscheiden.

Forscherinnen an der FSU Jena
Prof. Dr. Michaela Riediger
Dr. Jennifer A. Bellingtier
Dr. Antje Rauers

KooperationspartnerInnen
Madi Nichols (Furman University)
Dr. Frances Buttelmann (CELISE Guest Scientist)

Emotionsregulation in Zeiten der Covid-19 Pandemie Eintrag erweitern

Die Covid-19 Pandemie und die Maßnahmen zu ihrer Eindämmung haben den Alltag von Millionen von Menschen auf der ganzen Welt in kurzer Zeit drastisch verändert. In einem kulturvergleichenden, internationalen Kooperationsprojekt führten wir im Frühjahr 2020 eine Online-Befragung unter jungen Erwachsenen in Deutschland durch. Ziel der Studie war es zu erfassen, welche Herausforderungen Menschen weltweit während der Beschränkungen des öffentlichen Lebens und der sozialen Kontakte erfahren, und wie Menschen mit diesen Herausforderungen umgehen. Unter anderem erforscht das Projekt dabei, welche Strategien Menschen anwenden, um mit negativen Emotionen umzugehen, die sie im Zusammenhang mit der Pandemie erleben. Unsere Befragung repräsentiert die deutsche Erhebung in einem kulturvergleichenden Projekt, in welchem Forschende aus 15 verschiedenen Ländern zusammenarbeiten. Die internationale Koordination und Auswertung der Erhebung liegt bei Prof. Maya Tamir (The Hebrew University, Jerusalem).

Finanzierung: FSU Jena

Forscherinnen an der FSU Jena
Dr. Antje Rauers
Prof. Dr. Michaela Riediger

KooperationspartnerInnen
Prof. Maya Tamir, PhD (The Hebrew University, Jerusalem)

Messmethodenspezifische Effekte in der Forschung zur affektiven Entwicklung Eintrag erweitern

In Abhängigkeit von verschiedenen Faktoren zeichnet die Befundlage zu Veränderungen des affektiven Erlebens über die Lebensspanne ein gemischtes Bild. Einer der Gründe liegt in der Bandbreite der untersuchten Affektfacetten, die von allgemeinem Wohlbefinden über verschiedene Affektdimensionen (z.B. positiver vs. negativer Affekt) bis zu konkreten Emotionen (z.B. Ärger) reicht. Darüber hinaus werden auch unterschiedliche Erhebungsmethoden eingesetzt, die sich unter anderem in ihrem zeitlichen Bezugsrahmen (z.B. momentaner vs. retrospektiv berichteter Affekt) und ihren Skalentypen (z.B. Intensität oder Häufigkeit des Erlebens) unterscheiden. Studien zeigen, dass diese Charakteristiken mit Unterschieden im selbstberichteten Affekt zusammenhängen können, da dieser jeweils auf der Aktivierung unterschiedlicher Gedächtnissysteme, unterschiedlichen Abstrahierungsebenen und/oder die Bezugnahme auf spezifische Merkmale des Erlebens beruht. In diesem Projekt gehen wir der Frage nach, ob und inwieweit die Unterschiede in den empirisch gezeichneten Verläufen der affektiven Entwicklung systematisch auf Unterschiede in den Erhebungsinstrumenten zurückzuführen sind. Dazu untersuchen wir bereits existierende Längsschnittdaten zu Mittelwertveränderungen im Affekt mittels meta-analytischer Methoden.

Forscherinnen an der FSU Jena
Dr. Anja Blumenthal 
Prof. Dr. Michaela Riediger

Kooperationspartnerin
Prof. Dr. Cornelia Wrzus (Universität Heidelberg)

Abgeschlossene Projekte

Stimm' Dich ein: Musik und Affekt im Altersvergleich Eintrag erweitern

Musik kann verschiedene Stimmungen ausdrücken und unterschiedliche emotionale Wirkungen auf die Hörenden haben: Sie kann fröhlich, nachdenklich oder melancholisch stimmen, die Hörenden aufwühlen oder auch entspannen. Wir interessieren uns dafür, wie Personen verschiedener Altersgruppen den emotionalen Ausdruck von Musik wahrnehmen, welche Musik sie in verschiedenen emotionalen Situationen präferieren und in welchem Zusammenhang dies zu musikalischen Parametern der Musikstücke steht. Klingt eine Musik z.B. dann fröhlich, wenn sie ein bestimmtes Tempo erreicht oder eine bestimmte Harmoniefolge enthält? Bewerten ältere Personen die musikalisch ausgedrückte Stimmung anders als jüngere Personen? Hören Menschen gezielt bestimmte Musikstücke, um ihre aktuelle Stimmung zu beeinflussen und wie gut gelingt ihnen das? Diesen Fragen gehen wir in verschiedenen Studien und in Kooperation mit der Forschungsgruppe "Musik" am Max-Planck-Institut für Empirische Ästhetik (MPIEA) in Frankfurt am Main nach.

Finanzierung: Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften und FSU Jena

Forscherinnen an der FSU Jena
Prof. Dr. Michaela Riediger
Dr. Caroline Cohrdes (CELISE guest scientist and Robert Koch Institute)

KooperationspartnerInnen
Prof. Dr. Cornelia Wrzus (Universität Heidelberg)
Prof. Dr. Melanie Wald-Fuhrmann (MPI for Empirical Aesthetics, Frankfurt am Main)
Dr. Viktor Müller (MPI for Human Development, Berlin)

Mann mit Kopfhörern Mann mit Kopfhörern Foto: iStock.com/Juanmonino
Soziokognitive Entwicklung im Säuglings- und Kindesalter Eintrag erweitern
Spielende Kinder Spielende Kinder Foto: veryulissa/Shutterstock

Vorstellungen über soziale Regeln sowie das Verständnis von Gedanken und Gefühlen anderer Menschen sind Beispiele für soziale Kognitionen. Sie spielen eine wichtige Rolle für die Entwicklung von Individuen in der Kindheit und in späteren Lebensjahren. Individuelle Unterschiede kindlicher sozial-kognitiver Entwicklung sind unter anderem durch die sozialen Kontexte beeinflusst. Dieses Projekt untersucht die frühkindliche Entwicklung sozialer Kognition und relevante Umweltfaktoren unter Einsatz eines experimentellen Paradigmas zum frühkindlichen Hilfeverhalten sowie von Elternbefragungen.

Forscherin an der FSU Jena
Dr. Frances Buttelmann

Kooperationspartner
PD Dr. David Buttelmann (University of Bern)

People in my Life: Beziehungen von Kindern aus deren Perspektive Eintrag erweitern

Wie unterstützen vertrauensvolle Beziehungen in der Kindheit die psychosoziale Entwicklung und Gesundheit von Kindern? Was kann man darüber lernen, indem man die eigene Perspektive der Kinder berücksichtigt? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt dieses Projekts, das aus dem interdisziplinären Innovationsprojekt "People in My Life" im Jahr 2016 hervorgegangen ist. Das Projekt wurde von der Jacobs Foundation finanziert und von dem Anliegen getragen, die Berücksichtigung kindlicher Perspektiven in der praktischen Sozialarbeit und der entwicklungspsychologischen Forschung zu stärken. In einem internationalen Kooperationsprojekt entwickelten Entwicklungspsychologinnen, Informatiker und Sozialpsychologinnen eine neuartige iPad-Anwendung, mit der Kinder von Ihren Erfahrungen mit Familien- und anderen wichtigen Sozialpartnern zu erfassen. Mit dieser neu entwickelten Anwendung untersuchten wir verschiedene Dimensionen der Beziehungsnähe, die im freien Spiel von Kindern zum Ausdruck kommen, und Assoziationen mit der psychosozialen Anpassung und Gesundheit der Kinder.

Finanzierung: Jacobs Foundation (January-December 2016) und FSU Jena

Forscherin an der FSU Jena
Dr. Antje Rauers

KooperationspartnerInnen
Dr. Sevasti-Melissa Nolas (Goldsmiths University of London)
Prof. Dr. Johannes Schöning (University of Bremen)
Florian Heller (Hasselt University, Belgium)

Tablet mit Spielfiguren Tablet mit Spielfiguren Foto: Lisa Jacob; People in my Life Project
Unsere Laborräume befinden sich hier:
Center for Lifespan Developmental Science, Raum 2. OG
Semmelweisstr. 12
07743 Jena
Hinweis

Interessiert an einer Zusammenarbeit?

Wollen Sie mehr über die Möglichkeiten einer Zusammenarbeit mit unserem Lehrstuhl erfahren?
Schicken Sie eine email an entwicklungspsychologie@uni-jena.de!